Nachhaltige Events — was bedeutet das konkret?
Zahlen statt Floskeln. Anteile, Kilometer, CO₂-Tonnen. Und ein paar Punkte, an denen wir bewusst nicht „grüner“ tun als wir sind.
Wo der Fußabdruck wirklich entsteht.
Eine Outdoor-Hochzeit oder ein Corporate Retreat wirken auf den ersten Blick automatisch nachhaltig — Natur, frische Luft, regionale Optik. Misst man ehrlich, sieht das Bild differenzierter aus. Drei Hebel entscheiden über 90 Prozent des Effekts.
1. Anreise (60–75 % der CO₂-Last)
Die mit Abstand größte Position. Eine 60-Personen-Hochzeit in Bayern verursacht durch Gäste-Anreise typischerweise 3 bis 5 Tonnen CO₂, eine Destination Wedding mit Flügen 10 bis 18 Tonnen. Was sich konkret reduzieren lässt: gemeinsame Shuttle-Lösungen ab den nächsten Bahnhöfen (München-Holzkirchen, Toulouse, Olbia) und Empfehlung von Bahn-Anreise. Eine Hochzeit mit überwiegender Bahn- und Shuttle-Anreise liegt typischerweise 40–60 Prozent unter dem Pkw-Szenario.
2. Catering (15–25 % der CO₂-Last)
Drei Stellschrauben: Anteil regionaler Produkte (Richtwert: über 70 Prozent gemessen am Wareneinsatz), Anteil pflanzenbasierter Gänge (mindestens ein vollwertiger pflanzlicher Hauptgang) und Vermeidung von Lebensmittelverlust durch realistische statt überdimensionierte Mengenplanung.
Konkret: Wir wählen Caterer kuratiert nach Region und kurzen Lieferwegen aus. Herkunftsangaben einzelner Produkte besprechen wir auf Anfrage direkt mit dem ausführenden Caterer.
3. Materialwirtschaft (5–15 %)
Mietmöbel statt Einweg-Mobiliar, Stoffservietten statt Papier, Glas- statt Plastikflaschen. Floristik bevorzugt ohne Plastik-Steckmasse — wir empfehlen Floristik-Partner, die mit Saisonblumen aus dem Umkreis arbeiten. Bei Hochzeitsblumen außerhalb der Saison (z. B. Pfingstrosen im Herbst) sind Importe oft unumgänglich.
Was Greenwashing ist.
Wenn ein Anbieter behauptet „klimaneutral“ zu sein, ohne den eigentlichen Fußabdruck zu nennen — Greenwashing. Wenn „regional“ verwendet wird, ohne Radius oder Anteil zu definieren — Greenwashing. Wenn CO₂ kompensiert wird über schwer prüfbare Projekte ohne Zertifizierungsstandard — Greenwashing.
Glaubwürdige Kompensation läuft über etablierte Standards wie Gold Standard oder Verra/VCS. Wichtiger als Kompensation ist allerdings konsequente Reduktion: Anreise, Catering, Material — in dieser Reihenfolge.
Wo wir bewusst kein „grünes“ Bild zeichnen.
- Le Bétet und Sardinien sind nur per Flug realistisch erreichbar — wir verschweigen das nicht und empfehlen mehrtägige Formate, um den Pro-Tag-Fußabdruck zu reduzieren.
- Klimaanlagen auf Sardinien laufen im Hochsommer — wir setzen sie ein, statt vorzugeben, ohne sie auszukommen.
- Kompensation ist kein Ersatz für Reduktion. Wer reduziert hat, was reduzierbar ist, kann den Rest kompensieren — nicht umgekehrt.
Mehr zur Praxis: Nachhaltige Events bei Thrive Outside. Kostenrahmen Outdoor-Hochzeit: Outdoor-Hochzeit Bayern.